Eine wunderschöne gemeinsame Reise ist zu Ende

Eine gemeinsame Reise ist zu Ende

Eine wunderschöne gemeinsame Reise ist zu Ende

Eine wunderschöne gemeinsame Reise ist zu Ende 1920 2560 Susanne Schmid

Am 9.1.26 hatte ich einen der traurigsten Tage in meinem Leben.

Mein Hund Arpi, der 11 Jahre und 3 Monate alt war, ist gestorben.

Ich hatte ihn mit 3,5 Monaten zu mir geholt, und meine erste Begegnung mit ihm war, als er erst ein paar Wochen alt war.

Ein wundervoller Charakter, er liebte es zu kuscheln. Egal, wer hier in meine Praxis kam, er hat jeden begrüßt und wollte genau wissen, wer du bist.

Allerdings wollte er nicht gerne von oben angefasst werden und zuckte schnell zurück, wenn jemand den Versuch gewagt hat.
Ein lautes Bellen, das recht einschüchternd war, hat man gehört wenn jemand vor dem Zaun gestanden hat.
Wenn aber das gelbe Auto der Post vorgefahren ist, war er schnell am Zaun, denn da gab es Leckerli, und das ganz ohne Bellen.Arpi liebte er es in den Wind zu bellen, fast als ob er mit ihm sprechen würde.
Die Abende hat er damit verbracht in die Dämmerung und Nacht zu bellen um dann zufrieden zurück zu mir ins Haus zu kommen.
In meine Praxis kamen auch viele Menschen, die Angst vor Hunden hatten. Das hat sich bei Arpi schnell gelegt; er wusste, wie er mit solchen Menschen umgehen musste, damit sie keine Angst vor ihm hatten.
Kinder, oh, er liebte Kinder. Die ganz kleinen Babys waren für ihn besonders. Ist jemand mit so einem Neugeborenen vorbeigekommen, hat er sich schnell daneben gesetzt, geschnuppert, und wenn sich in so einem Maxi-Cosi etwas rührte, hat er uns sofort geholt.

Bei dein größeren war er ganz vorsichtig beim spielen.

Arpi hat ganz genau gezeigt was er will, hat er dich bei der Hand genommen und dich dorthin mitgezogen, wo er dich haben wollte. Nicht fest ganz leicht als wollte er dich halten.

Es gab viele Hunde auf die er sich gefreut hat, aber auch manche mit denen es gar nicht ging.
Wie bei den Menschen, wir wollen auch nicht mit jedem gleich gerne sein.

Die Auszeiten bei Max Beziehungskompetenz in unserer Hundepension waren eine willkommene Freude. Er war nach jedem Urlaub super entspannt. Natürlich war die Freude groß, wenn ich ihn wieder abgeholt habe.

Autofahren war auch nicht so sein Liebstes, aber wenn das Wort „Wasser und Steine“ gefallen ist und er die Schwimmweste gesehen hat, war er ganz schnell dabei.

Arpi wusste ganz genau, was er wollte.
Ein Ritual gab es jeden Morgen, meine Eltern im Untergeschoss zu begrüßen und sie um seine Ration Leckerli zu bitten, und am Nachmittag nochmal. Auch wenn die Teller hörbar waren, wollte er schnell dorthin. Schließlich konnte ja etwas vom Teller fallen.
Zum Schluss hatte er das Privileg, auch bei Papa auf der Couch zu knuddeln.

Ich vermisse sein weiches braunes Fell, seine weichen Schlappohren und das herzliche Hallo. Es war überschwänglich, nicht nur die Rute bewegte sich, nein das ganze Hintergestell wedelte mit!
Am Tor ist er mit allen 4 Pfoten gleichzeitig hochgesprungen, um mich oder die, auf die er sich besonders gefreut hat, zu begrüßen.

Im August 2025 haben wir einen Tumor auf der Lunge entdeckt. Er war bereits faustgroß und hat auf das rechte Herz gedrückt. Die Lunge war bereits mehr als die Hälfte voller Metastasen.
Im November haben wir noch einmal geschaut, wie wir ihn am besten unterstützen können. Da war gerade noch ein Fleck von 10 cm der Lunge durchlüftet.

Aber was ganz besonders war: Bis zum 8.1.26 waren wir noch spazieren.
Er hat gefressen und hatte Freude, mit uns zu sein. Natürlich ging nicht mehr alles. Aber wenn man bedenkt, dass er noch 3 Tage vorher 2 Stockwerke rauf und runter gegangen ist, um rauszukommen.
Die Nacht davor ist er selbst bei mir die Treppe runter und wieder rauf.
Das ist ein wahres Wunder.
Am 9.1.26 morgens war etwas ganz Gravierendes anders als sonst. Er musste noch schneller Atmen, er musste auch zwischendurch um Luft ringen. Das war für mich das Zeichen, ihn gehen zu lassen.

Es war schon eigenartig; die Tierärztinin wurde von ihm freudvoll begrüßt. Er ist aufgestanden und zur Tür gelaufen.

Danach haben wir es uns auf der Couch gemütlich gemacht.
Er und ich.
Für die letzte Reise, die übrigens sehr sanft war.
Er hat sich zu mir gekuschelt und ist so entschlafen.

Ich bin sehr dankbar, dass sich alles so gefügt hat.  Alle Menschen waren zum rechten Zeit am rechten Ort.
Ich bin ebenso dankbar, dass mein Partner mich in diesen Tagen so unterstützt hat. Ich bin dankbar, dass es nun vorbei ist.  In der Zeit der Palliativversorgung, habe ich mich eingeschränkt um so viel wie möglich bei Arpi zu sein. Ich wollte jede Minute mit ihm verbringen, daraus wurden weitere 5 Monate intensives zusammensein.
Obwohl Arpi so krank war, die Lebensfreude war jeden Tag sichtbar, spürbar.

Jetzt ist Arpi´s Seele wieder frei für neue Abenteuer, in anderen Dimensionen und Ebenen.

Für mich hat ebenso eine neue Zeit begonnen, eine Zeit, die ich nun anders, neu und frei von Verantwortung für ein Tier erleben kann.
Es hat eine andere Qualität und lässt mich und meinen Partner Martin nun noch spontaner sein.
Der Übergang in die neue Zeit ist noch nicht ganz freudvoll.
Wie der  1. Spaziergang ohne Arpi, ungewohnt und doch unterstützt  von meinem  Partner Martin, der mich begleitet hat.
Es fehlt etwas hier! Arpi´s bedingungslose Liebe, Lebensfreude  und die fehlende Präsenz ist im Moment noch etwas ungewohnt.
Ich bin traurig darüber, dass er nicht mehr ist.

Mein Hund Arpi war in den letzten 11 Jahren ein wichtiger Begleiter. Er war nicht nur ein Hund, er war ein Teil meiner Familie, ein Gefährte, der ein ganz besondern Platz in meinem Herzen hat.
Unersetzbar und doch weiß ich, es ist möglich, neue Wesen, ob Mensch oder Tier zu treffen, die einen besonderen Platz in meinem Leben einnehmen werden.

Das war meine Geschichte mit Arpi!
Trotzt Trauer, kündigen sich freudvolle Erlebnisse an.  Ich kann es bereits spüren.

Viele von Euch, die ein ähnliches Erlebnis hatten, werden sich jetzt erinnert fühlen.

Du fragst dich wie ich damit umgehe?

Ich lasse meine Trauer zu – denn das ist natürlich!
Doch fast gleichzeitig, erinnere ich mich an das Wesen das ich bin, wohnend in einem Körper, bis ich alles erlebt habe was ich erleben will.So wie mein Freund Arpi!
Für mich geht meine Reise weiter, ich habe noch so einiges vor und immer wenn ich mich darum kümmere was ich für mich will, spüre ich die Freude dafür.
Ich weiß das es schön wird, auch wenn im Moment, der Teil der den Arpi vermisst, noch etwas traurig ist.

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